Der wonnige Wortwerfer
Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Wüste lebt. Und der Wüstling labt. Ja, er labt sich gar an Ihrem Staunen - und er lobt sich's auch. Umso wichtiger ist ihm hierbei die Geistesverwuschelung: das ärmliche - Verzeihung! - brachiale, wie von dreister Hand geführte Auf- und Niederflauschen innerzerebraler Hornfädensammlung - Ihres Geistes wohlgestylter Haartracht. Also sprach der wonnige Wortwerfer. Sehen Sie selbst! Er hat es Ihnen aufgeschrieben:

Künde, Muse, von dem Manne mir, dem vielgewandten, dem an viele Wände angerannten Wildwortwuselwieheranten. Sie und ich, wir sehen es hier: Die Sprache galoppiert mit mir. Vielleicht ist es ein Schweinsgalopp? So wäre ich die Wildsau der Worte - und das ist beileibe nicht unrichtig. Nach lexikalischen Trüffeln will ich schnüffeln, tüchtig in die Tiefe graben und mich dann an ihren Wurzeln laben. Zwar kann man sich mit ihnen wichtig machen. Indes, ich will mich gar nicht aufpudeln. Ich will sie nur heraufbuddeln.

In das beste Licht will ich mich rücken - klar! -, doch hat Erkenntnis ihre Tücken: Sie macht sich rar. Was soll ich tun? Zum Faust geballte Wissenslücken lass' ich ruh'n. Sie bleiben stumm im Chor. Da steh' ich nun, ich armer Tor, und komm' mir wie ein Saugnapf vor an meines Geistes Abflussrohr. Hier stehe ich, der Texte Narr, - wie ein Rezeptor gar - und nehme wahr. Recipe!